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SWR Aktuell: Wie ein neuer KI-Raum den Unterricht an der Waldparkschule Heidelberg verändert

Ein Raum, zwei große Monitore, Tablets, ein 3D-Drucker — und eine sichere KI-Lizenz für alle. Die Waldparkschule im Heidelberger Stadtteil Boxberg hat ein neues digitales Unterrichtszentrum eröffnet, und SWR Aktuell hat darüber berichtet. Mittendrin: Lehrerin Christina Wietig und ihre sechste Klasse, die im Geografieunterricht mit selbst programmierten Chatbots Europa erkundet.


Chatten mit „Luan" aus Tirana

Der Beitrag zeigt eine Unterrichtsszene, die man so schnell nicht vergisst: Der elfjährige Yunis schnappt sich ein Tablet und schreibt mit „Luan" — einem gleichaltrigen Jungen aus Tirana, der um acht Uhr zur Schule geht und dort Deutsch, Mathe und Albanisch lernt. Das Besondere: Luan gibt es nicht. Er ist ein Chatbot, den Christina Wietig für ihre Klasse programmiert hat.

Statt Fakten über Albanien vorgesetzt zu bekommen, erfragen sich die Kinder ihr Wissen selbst — im Gespräch. Ein Schüler bringt es im Beitrag auf den Punkt: Es mache mehr Spaß, Dinge selbst zu erfragen, als sie nur erklärt zu bekommen. Und sein Freund legt nach: Die KI finde er manchmal spannender als die Lehrerin. Die nimmt es sportlich — und freut sich darüber, wie konzentriert und begeistert die Elfjährigen mit den Chatbots arbeiten und dabei jede Menge über Europa lernen.

Direkt anschauen:

Video: SWR Aktuell, 2:43 Min. Falls der Player nicht lädt: Beitrag direkt beim SWR ansehen.

Kritisch bleiben gehört zum Konzept

Der Beitrag macht auch deutlich: Hier wird nicht einfach Technik gefeiert. Schritt für Schritt lernen die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler, wie KI funktioniert — und wo ihre Grenzen liegen. Dass man ihr aus Datenschutzgründen keine privaten Dinge anvertraut. Dass sie sich Dinge ausdenkt, manchmal sogar halluziniert. Und dass man ihre Antworten immer wieder kritisch überprüfen muss.

Genau diese Haltung vertritt Christina Wietig im Interview: Man müsse mit den Schülerinnen und Schülern darüber reden, was die KI kann und was nicht. Nur wer die Technik ausprobiert und versteht, kann verantwortungsvoll und vernünftig mit ihr umgehen.

Möglich wurde das durch eine Spende

Die Waldparkschule ist eine Gemeinschaftsschule mit rund 460 Schülerinnen und Schülern. Eine Privatspende in sechsstelliger Höhe hat den neuen Lernraum mitsamt Ausstattung und der — sonst kaum bezahlbaren — sicheren KI-Lizenz möglich gemacht. Schulleiter Thilo Engelhardt verweist im Beitrag auf das aktuelle Bildungsbarometer, wonach 40 Prozent der Achtklässler digital abgehängt sind: Es sei wichtig, dass Jugendliche mit dieser Technik in Kontakt kommen, um zukunftsfähig und demokratiefähig zu bleiben.

Unser Fazit

Chatbots und digitale Tools bereichern den Unterricht — das zeigt dieser Beitrag eindrucksvoll. Sie ersetzen keine Lehrkraft, aber sie holen die Schülerinnen und Schüler in ihrer Realität ab: neugierig, im Dialog, mit Werkzeugen, die sie aus ihrem Alltag kennen. Wenn dabei ein Elfjähriger freiwillig eine ganze Geografiestunde lang konzentriert über Albanien recherchiert, ist das kein Gimmick. Das ist gelungener Unterricht.

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